PROJEKTINHALT
Als die „Geburtsstätte“ des deutschen Maschinenbaus gehört Chemnitz heute zur industriellen Kernregion in Sachsen. Chemnitz verfügt über eine ausgeprägte industrielle Basis mit Schwerpunkten in der Metall- und Elektroindustrie, im Maschinenbau und insbesondere im Fahrzeugbau. Viele Unternehmen der Region sind eng in die automobile Wertschöpfungskette eingebunden – von innovativen mittelständischen Zulieferern bis zu international tätigen Großunternehmen. Diese Zulieferstruktur wird überwiegend von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt, die sich häufig mit wettbewerbsfähigen (Nischen-) Produkten am Markt behaupten, aber oft nur begrenzte Ressourcen für Investitionen in Transformation und Weiterbildung haben.
Die industriellen Kernbranchen befinden sich in einem tiefgreifenden Umbruch, der auch die Chemnitzer Industrieunternehmen massiv betrifft. Der technologische Wandel – als „Transformation“ unter anderem durch den Übergang zu Elektromobilität sowie Digitalisierung und Automatisierung charakterisiert – verändert Produkte, Fertigungstiefen und Zulieferstrukturen grundlegend.
Vor diesem Hintergrund und dem anhaltenden demografischen Wandel spitzt sich die Fachkräftesituation zu. Die Konkurrenz um Fachkräfte zwischen den Betrieben, aber auch zwischen Branchen und Regionen erhöht sich deutlich. Zudem verändert die Transformation Arbeitsinhalte, lässt neue Tätigkeiten entstehen und macht andere überflüssig. Die Betriebe stehen akut vor der Herausforderung, Fachkräfte zu binden und neue, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, indem sie sich als attraktive Arbeitgeber mit konkurrenzfähiger Qualität der Arbeit („Gute Arbeit“) profilieren.
Auch ist für die Unternehmen in Chemnitz weiterhin mit einem hohen Innovations- und Qualifizierungsbedarf zu rechnen. Dieser ist unter den geschilderten Transformationsbedingungen zu bewältigen und stellt insbesondere kleine und mittlere Standorte vor weitere Herausforderungen der Fachkräftesicherung.
Insgesamt bleibt eine aktive Gestaltung künftiger Produktion und neuer Arbeitsweisen vordringlichste Aufgabe für die erfolgreiche Fachkräftesicherung und Zukunft der Chemnitzer Industrie. Es geht darum, ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Perspektiven zu schaffen. Dies fordert alle betrieblichen und überbetrieblichen Akteure.
Diese komplexe Problemlage aufgreifend, leistet dieses Projekt - dessen Auf- und Ausbau bis 2025 im Rahmen der Regionalen Fachkräfteallianz gefördert wurde - einen Beitrag zur Fachkräfteentwicklung und -bindung in und für Chemnitz. Kern der Projektarbeit ist es, Beschäftigte und ihre betrieblichen Interessenvertretungen darin zu stärken, „Gute Arbeit zur Fachkräftesicherung in der Transformation“ in industriellen Kernbranchen der Region Chemnitz kompetent mitzugestalten.
Dazu begleiten und koordinieren wir das Chemnitzer Betriebsrätenetzwerk „Gute Arbeit zur Fachkräftesicherung in der Transformation“. Es leistet überbetrieblichen Wissens- und Erfahrungstransfer zu Gestaltungsmöglichkeiten der Fachkräftesicherung, schafft Synergien und Schnittstellen zu existierenden regionalen und landesweiten Initiativen und unterstützt beispielhaft betriebliche Lösungen zur Fachkräftegewinnung, -bindung und -entwicklung.