Neue Arbeitszeitmodelle für sichere Beschäftigung

Neue Arbeitszeitmodelle als Instrument der Beschäftigungssicherung in der Transformation. Das Beispiel ZF.

Forschungsprojekt im Rahmen der Förderlinie Transformation der Hans Böckler Stiftung

Das Projekt untersucht, ob Modelle der Arbeitszeitverkürzung dazu beitragen können, transformationsbedingte Beschäftigungsreduzierungen abzufedern und Beschäftigung zu sichern. Dieser Fragestellung wird am Beispiel eines Standorts des Automobilzulieferers ZF mit rund 8.000 Beschäftigten nachgegangen. 

Kontext 

Die Transformation der globalen Automobilindustrie stellt den Standort vor erhebliche Herausforderungen. Der Antriebswechsel hin zum Elektromotor führt bereits jetzt zu einer volatileren, von stärkeren Schwankungen und Unsicherheiten geprägten Marktsituation. Dies geht voraussichtlich mit geringeren Losgrößen und damit sinkenden Skaleneffekten (economies of scale) einher, was die Produktionskosten erhöht. 

Eine zentrale Reaktion von Standortleitung und Betriebsrat ist die Arbeitszeitgestaltung. Der Standort befindet sich derzeit in der zweiten Phase einer Arbeitszeitabsenkung auf 32,5 Stunden, die im Februar 2026 endet und in eine dritte Phase bis Ende 2027 übergeht. Um diesen Zeitraum bestmöglich zu gestalten, sind drei Gestaltungsdimensionen wesentlich: Erstens sollen die Einkommensverluste der Beschäftigten möglichst geringgehalten werden. Zweitens sollen individuelle Zeitbedürfnisse so weit wie möglich berücksichtigt werden. Drittens gilt es, betrieblichen Flexibilitäts- und Produktivitätsanforderungen Rechnung zu tragen. 

Fragestellung  

Das Projekt verfolgt ein klar anwendungsorientiertes Ziel, indem es die am Standort eingeführten Arbeitszeitmodelle systematisch evaluiert und gemeinsam mit den betrieblichen Akteuren weiterentwickelt. Ziel ist es, belastbare empirische Erkenntnisse darüber zu gewinnen, inwieweit Arbeitszeitverkürzung und begleitende arbeitszeitpolitische Instrumente geeignet sind, transformationsbedingte Volatilitäten der Auslastung sozial abzufedern, Einkommenseinbußen zu begrenzen und zugleich betriebliche Flexibilitätsanforderungen zu erfüllen.  

Die zentrale Frage des Projekts ist dabei, ob die bestehenden Arbeitszeitinstrumente hierfür ausreichen oder ob – und gegebenenfalls welche – zusätzliche Instrumente von den betrieblichen Akteuren entwickelt werden müssen.  

Untersuchungsmethoden  

Das methodische Design des Forschungsprojekts fußt auf drei Säulen:   

  • Eine Dokumentenanalyse in Form einer Evaluation bestehender Arbeitszeitregelungen, die durch vertiefende Experteninterviews ergänzt wird.  
  • Einer quantitativen Befragung eines möglichst großen Teils der Belegschaft, um die Zufriedenheit mit der bestehenden Arbeitszeitsystematik sowie individuelle Arbeitszeitpräferenzen (Stundenzahl, Lage der Arbeitszeit) zu erfassen.  
  • 15 qualitativen, vertiefenden und explorierenden Interviews mit Beschäftigten, in denen sowohl die Erfahrungen der Beschäftigten mit den bereits etablierten arbeitszeitpolitischen Instrumenten als auch weitergehende Arbeitszeitwünsche und operative Gestaltungsanforderungen erhoben werden.  

Das Projekt wird im Rahmen der Förderlinie Transformation von der Hans Böckler Stiftung gefördert.

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KONTAKT

Dr. Johannes Schulten
Dr. Oliver Thünken

Tel.: +49 (0) 30 2936970
E-Mail: imu-institut@imu-berlin.de

Kooperationspartner

Thomas Höhn
IG Metall Schweinfurt

Dr. Philipp Frey und Dr. Felix Gnisa
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse in Karlsruhe

LAUFZEIT

März bis August 2026